Is(s)t die Zukunft pflanzlich?

Is(s)t die Zukunft pflanzlich?

Hitzewellen, Hochwasser, Ernteausfälle – die Folgen des Klimawandels werden immer präsenter. Um jetzt und in Zukunft unsere Lebensgrundlage und die globale Ernährung zu sichern, müssen wir umplanen und unseren Lebensstil ändern. Momentan verursachen wir mit unserer Lebensweise einen Anstieg von Treibhausgasen. Das Wort kommt dir bekannt vor, du weißt aber nie genau, um was es sich dabei handelt? Treibhausgase sind zum Beispiel CO2 und Methan. Diese Gase sind dafür verantwortlich, dass es auf der Erde nicht bitterkalt ist, sondern eine für uns angenehme Atmosphäre herrscht. Zu viele Treibhausgase führen allerdings zu einer zu starken Temperaturerhöhung, die der Umwelt schadet.

Wusstest du, dass unsere Ernährung für ein Drittel der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich ist? Deine Ernährungsweise hast du selbst in der Hand und ist somit ein Faktor mit dem du selbst aktiv dem Klima etwas Gutes tun kannst! Die klimafreundlichste Ernährung ist dabei abwechslungsreich, regional, farbenfroh und - pflanzlich!

Bis dein Mittagessen bei dir auf dem Tisch landet durchläuft es zahlreiche Prozesse. Der Anbau, die Verarbeitung, der Transport, die Kühlung – all diese Etappen spielen in die verursachten Emissionen mit hinein. Besonders tierische Lebensmittel wie Fleisch und Käse schneiden hierbei schlecht ab. Genießt du gerne ab und zu ein Rindersteak, dann wurden durch dieses nicht nur direkte Emissionen verursacht, sondern auch indirekte. Zu den direkten Emissionen zählt zum Beispiel der Methanausstoß, der bei dem Verdauungsprozess von Wiederkäuern entsteht. Methan bildet sich, wenn organisches Material, wie zum Beispiel Pflanzen, unter Luftausschluss abgebaut wird, wie es zum Beispiel im Magen des Rinds der Fall ist. Entweicht dieses Gas dann (du kannst dir vorstellen wie) und gelangt in die Atmosphäre, wirkt es nahezu 30-mal so klimaschädlich wie CO2 .

Abgesehen davon musste das Rind, bevor es auf deinem Teller gelandet ist, selbst auch Essen und Trinken. Es nimmt Weideland in Anspruch, Anbaufläche für Futtermittel, Frischwasser und Düngemittel. All diese Faktoren treiben die Klimabilanz nach oben und werden als indirekte Emissionen eingestuft.

Tierische Produkte, im Besonderen rotes Fleisch, sind also schlecht für deine Klimabilanz. Wie sollte deine Ernährung denn stattdessen aussehen? Und wie kannst du dir eine vollwertige Mahlzeit in der Zukunft vorstellen?

Suchst du nach einer Möglichkeit Fleisch in Gerichten zu ersetzen, kannst du immer auf Ersatzprodukte wie Sojagranulat zurückgreifen. Auch Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Linsen und Bohnen sind wertvolle Proteinquellen, können tierische Produkte in Gerichten ersetzen und sollten Teil deiner Ernährung sein. In Kombination mit einer Variation von Gemüse, Obst und Getreideprodukten kannst du abwechslungsreiche Mahlzeiten kreieren – ganz ohne tierische Lebensmittel. Sieh dich gerne auf unserer Website um und lass dich von der Variabilität inspirieren.

Das „Essen der Zukunft“ wird sich definitiv von Massentierhaltung entfernen müssen. Seit einigen Jahren werden deshalb unterschiedlichste Ansätze verfolgt. Einer dieser ist zum Beispiel die Züchtung von in-vitro-Fleisch. Dafür wird eine lebendige Zelle aus einem Tier genommen und in einer Nährlösung vermehrt. Auch Insekten als Proteinquelle wird eine große Bedeutung in der Zukunft zugeschrieben. Siehst du dich in Supermärkten um, kannst du in einigen Gefrierfächern schon erste Insektenburger finden und auch als Zutat in Nudeln, Snacks oder Proteinriegeln finden sie allmählich ihren Weg in die Regale.  

Stehst du Insekten in deinem Essen momentan noch etwas kritisch gegenüber? Keine Sorge, mit der richtigen Zusammenstellung abwechslungsreichen Essens, bekommst du die meisten Nährstoffe, die dein Körper benötigt auch ganz ohne tierische Lebensmittel (Achtung: Vitamin B12 muss bei rein veganer Ernährung supplementiert werden). Eine Ernährungsumstellung ist nicht einfach und muss auch kein Prozess von heute auf morgen sein. Reduzierst du aber deinen Konsum an tierischen Lebensmitteln Stück für Stück, trägst du dazu bei dem Treibhauseffekt entgegenzuwirken und unsere Umwelt zu schützen.

Wir sind uns übrigens ganz sicher: einmal umgewöhnt, wird dir bei vollkommen pflanzenbasiertem Essen mindestens genauso sehr das Wasser im Mund zusammenlaufen, wie bei einem frisch gegrillten Rindersteak. Beginne deine Ernährungsumstellung jetzt, denn eine umweltfreundliche, gesunde Zukunft is(s)t pflanzlich!